Alltagsgebärden

Hallo. Mit dieser einen Gebärde fängt fast jedes Gespräch an. Alltagsgebärden sind wie die ersten Vokabeln im Urlaub: Mit „Hallo“ und „Danke“ öffnest du Türen. Wie sagt man „Guten Morgen“ mit den Händen? Und wie fragst du nach dem Weg zur Toilette? Auf dieser Seite findest du die wichtigsten Gebärden für jeden Tag in der Deutschen Gebärdensprache (DGS), jeweils mit einem kurzen Video von tauben Gebärdenden und einer Beschreibung der Ausführung. Du wirst merken, wie schnell dir „Guten Morgen“ ganz selbstverständlich von der Hand geht.

Gebärden im Alltag
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Was sind Alltagsgebärden?

Alltagsgebärden sind die Gebärden, die du im täglichen Leben am häufigsten brauchst: Begrüßung und Abschied, Höflichkeit, Familie, Essen und Trinken. Mit ihnen kannst du schon nach kurzer Zeit erste Sätze mit tauben Menschen austauschen. Jede Gebärde setzt sich aus Handform, Handstellung, Bewegung und Ort zusammen, dazu kommen Mimik und Mundbild. Was genau eine Gebärde ausmacht, erklärt unsere Seite Was ist eine Gebärde?

Die Deutsche Gebärdensprache (DGS) ist seit 2002 als eigenständige Sprache anerkannt (§ 6 Behindertengleichstellungsgesetz). In Deutschland sprechen etwa 200.000 Menschen die DGS, davon rund 80.000 gehörlose Menschen (Bundesfachstelle Barrierefreiheit). Viele Gebärden haben regionale Varianten, ähnlich wie Dialekte in der Lautsprache. Das zeigt unter anderem das DGS-Korpus-Projekt der Universität Hamburg. Die Gebärden auf dieser Seite sind weit verbreitet, in deiner Region kann es aber andere Varianten geben.

Gebärden für typische Alltagssituationen

Gebärdet wird mit der dominanten Hand, also der Hand, mit der du schreibst. Schau dein Gegenüber an und sprich das Wort lautlos mit, das Mundbild gehört dazu.

Begrüßung und Abschied

Hallo

So geht’s: Hebe die offene Hand mit gespreizten Fingern neben den Kopf, die Handfläche zeigt nach vorne, und winke mehrmals hin und her. Dazu sprichst du lautlos „hallo“ und schaust freundlich.

Die wichtigste Begrüßung überhaupt. Du nutzt sie bei Freunden, Kolleginnen und Kollegen und bei Menschen, die du gerade kennenlernst.

Tschüss

So geht’s: Hebe die offene Hand auf Schulterhöhe, die Handfläche zeigt nach vorne, und winke mehrmals locker aus dem Handgelenk. Dazu sprichst du lautlos „tschüss“.

Zum Abschied im Alltag, beim Verlassen der Arbeit oder nach einem Treffen.

Guten Morgen

So geht’s: Für „gut“ berühren sich Daumen und Zeigefinger zu einem Ring, die übrigen Finger sind abgespreizt, die Hand neben dem Gesicht. Für „Morgen“ liegen dann beide flachen Hände überkreuzt vor der Brust und öffnen sich nach oben zu den Seiten. Dazu sprichst du lautlos „guten Morgen“.

Der Start in den Tag, zu Hause, in der Schule oder im Büro.

Gute Nacht

So geht’s: Für „gut“ berühren sich bei beiden Händen Daumen und Zeigefinger zu einem Ring, die übrigen Finger sind abgespreizt, die Hände neben dem Gesicht. Dann führst du beide Hände vor dem Gesicht zusammen und schließt sie vor der Brust übereinander. Dazu sprichst du lautlos „gute Nacht“.

Zum Abschluss des Tages, in der Familie oder beim Abschied am späten Abend.

Wie geht es dir?

So geht’s: Die offenen Hände berühren mit den Fingerspitzen kurz die Brust. Danach formen beide Hände vor dem Oberkörper einen Ring aus Daumen und Zeigefinger und bewegen sich leicht hin und her. Hochgezogene Augenbrauen und ein fragender Blick machen daraus eine Frage.

Die Frage nach dem Befinden gehört in fast jedes Gespräch. Achte auf die fragende Mimik, sie macht aus der Gebärde eine Frage.

Höflichkeit und Familie

Danke

So geht’s: Lege die Fingerspitzen der flachen Hand ans Kinn und bewege die Hand nach vorne unten vom Kinn weg. Dazu sprichst du lautlos „danke“.

Eine der Gebärden, die du am häufigsten brauchst, beim Einkaufen, im Restaurant oder wenn dir jemand hilft.

Mama

So geht’s: Die flache Hand bewegt sich mit den Fingern von der rechten Wange zur linken Wange. Dazu sprichst du lautlos „Mama“.

Eine der ersten Gebärden, die Kinder lernen. Für Familien mit tauben Kindern gehört sie zum Grundwortschatz.

Essen, Trinken und unterwegs

Essen

So geht’s: Die Fingerspitzen berühren den Daumen, als würdest du einen Bissen halten. Führe die Hand so mehrmals kurz zum Mund. Dazu sprichst du lautlos „essen“.

Ob Frühstück, Mittagspause oder Abendessen: Mit dieser Gebärde verabredest du dich zum Essen oder fragst, ob jemand Hunger hat.

Trinken

So geht’s: Die Hand formt ein C, als würdest du ein Glas halten. Führe sie zum Mund und kippe sie leicht, wie beim Trinken. Dazu sprichst du lautlos „trinken“.

Für Kaffee, Wasser oder ein Getränk im Café. Kombiniert mit „Danke“ kommst du damit schon durch die erste Bestellung.

Toilette

So geht’s: Die Hand ist locker gekrümmt und dreht sich neben der Wange zwischen Backe und Ohr in kleinen Kreisen. Dazu sprichst du lautlos „Toilette“.

Unterwegs, in der Schule oder im Restaurant: Diese Gebärde hilft dir, ohne Worte nach dem Weg zu fragen.

Kleine Gebärden, große Wirkung. Starte mit den Wörtern, die du jeden Tag brauchst.

Ein kurzer Alltagsdialog in Gebärdensprache

Mit den Gebärden von dieser Seite kannst du schon ein kurzes Gespräch führen. So kann es am Morgen in der Küche aussehen:

  • Person A: Guten Morgen.
  • Person B: Guten Morgen. Wie geht es dir?
  • Person A: Gut, danke. Essen?
  • Person B: Ja. Und trinken.
  • Person A: Tschüss, bis heute Abend.

In der DGS werden Sätze kürzer und anders aufgebaut als im Deutschen. Eine Frage wie „Essen?“ entsteht durch die fragende Mimik mit hochgezogenen Augenbrauen, nicht durch zusätzliche Wörter.

So sprichst du eine taube Person an

  • Mach dich mit einem Winken im Blickfeld oder einer leichten Berührung an der Schulter bemerkbar.
  • Warte, bis Blickkontakt da ist, bevor du gebärdest oder sprichst.
  • Sprich nicht lauter, sondern deutlich und in normalem Tempo, falls die Person von den Lippen abliest.
  • Wenn es hakt, helfen Gesten, Stift und Papier oder das Smartphone.

Die wichtigsten Alltagsgebärden auf einen Blick

Hallo und Tschüss
Guten Morgen und Gute Nacht
Wie geht es dir?
Danke
Mama
Essen und Trinken
Toilette

Für deine Vorstellung brauchst du außerdem das Fingeralphabet, damit buchstabierst du deinen Namen. Alle Buchstaben findest du auf unserer Seite Gebärdensprache Alphabet.

Alltagsgebärden lernen mit der Duomano-App

In der Gebärdensprache-App Duomano findest du diese und viele weitere Gebärden aus dem Alltag als Video. Du übst in kurzen Einheiten und wiederholst gezielt, was noch nicht sitzt. Wenn du ganz von vorn beginnst, hilft dir unsere Seite Gebärdensprache lernen für Anfänger.

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Alle Gebärden als Video, gezeigt von tauben Gebärdenden.

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Alltagsgebärden: FAQ

Was sind Alltagsgebärden?

Alltagsgebärden sind Gebärden, die du im täglichen Leben häufig brauchst, etwa für Begrüßung, Abschied, Höflichkeit, Familie und Essen. Sie sind ein guter Einstieg in die Deutsche Gebärdensprache.

Wie gebärdet man „Danke“ in Gebärdensprache?

Für „Danke“ legst du die Fingerspitzen der flachen Hand ans Kinn und bewegst die Hand nach vorne unten vom Kinn weg. Dazu sprichst du lautlos „danke“. Das Video oben auf dieser Seite zeigt die Ausführung.

Was heißt „Tschüss“ in Gebärdensprache?

Für „Tschüss“ hebst du die offene Hand auf Schulterhöhe und winkst mehrmals locker aus dem Handgelenk, dazu sprichst du lautlos „tschüss“. Das Video oben auf dieser Seite zeigt die Ausführung.

Welche Alltagsgebärden sind am wichtigsten?

Für den Anfang sind Hallo, Tschüss, Danke und Wie geht es dir? am wichtigsten. Dazu kommen Gebärden für Essen, Trinken und die Toilette sowie das Fingeralphabet für deinen Namen.

Wie spreche ich eine taube Person im Alltag an?

Winke im Blickfeld der Person oder tippe ihr leicht auf die Schulter. Warte auf Blickkontakt und sprich deutlich, aber nicht lauter. Gesten, Schrift oder das Smartphone helfen, wenn es hakt.

Sind Alltagsgebärden in ganz Deutschland gleich?

Nicht immer. Viele Gebärden haben regionale Varianten, ähnlich wie Dialekte. Die Gebärden auf dieser Seite sind weit verbreitet. Wenn du in deiner Region eine andere Variante siehst, ist sie genauso richtig.