Gebärdensprache Buchstaben sind Handformen, mit denen du jeden Buchstaben des Alphabets zeigst. Zusammen bilden sie das Gebärdensprache ABC, in der Fachsprache Fingeralphabet genannt. Damit buchstabierst du Namen, Orte und Wörter, für die es keine eigene Gebärde gibt oder die du noch nicht kennst. Hier lernst du die Buchstaben der Deutschen Gebärdensprache (DGS) kennen, erfährst, wie du sie sauber ausführst, und bekommst Tipps zum Üben.

Was sind Gebärdensprache Buchstaben?
Jeder Buchstabe hat im Fingeralphabet eine feste Handform. Manche Handformen erinnern an den geschriebenen Buchstaben, andere sind abstrakter. Gezeigt werden die Buchstaben mit einer Hand. Man spricht deshalb vom Einhand-Fingeralphabet.
Wichtig zu wissen: Die Buchstaben sind ein Teil der Gebärdensprache, aber nicht die Gebärdensprache selbst. Gespräche in DGS laufen über Gebärden, Mimik und Grammatik. Die Buchstaben kommen dort zum Einsatz, wo ein Wort buchstabiert werden muss. Einen ausführlichen Überblick über das Fingeralphabet findest du auf unserer Seite Gebärdensprache Alphabet.
Das Gebärdensprache ABC: Übersicht aller Buchstaben
Das deutsche Gebärdensprache ABC umfasst die Buchstaben des Alphabets von A bis Z. Dazu kommen eigene Zeichen für die Umlaute Ä, Ö und Ü sowie für SCH. Das ß hat kein eigenes Zeichen, es wird als Doppel-S buchstabiert. Die Übersicht zeigt dir alle Handformen auf einen Blick.

Tipp: Drucke dir die Übersicht als Poster aus und hänge sie neben den Spiegel oder an den Schreibtisch. So siehst du die Buchstaben jeden Tag und prägst sie dir nebenbei ein.
Gebärdensprache ABC: Wo fange ich an?
Du musst nicht alle Buchstaben auf einmal lernen. Mit diesen drei Schritten kommst du schnell voran:
Einzelne Buchstaben in der Deutschen Gebärdensprache (DGS)
Viele Buchstaben lassen sich nach ihrer Handform in Gruppen einteilen. Das hilft beim Merken:
Umlaute und Sonderzeichen im Fingeralphabet (Ä, Ö, Ü, ß)
Das deutsche Fingeralphabet hat eigene Zeichen für die Umlaute Ä, Ö und Ü. Sie bauen auf der Handform von A, O und U auf. Für die Buchstabenkombination SCH gibt es ein eigenes Zeichen. Das ß hat dagegen kein eigenes Zeichen, es wird als Doppel-S buchstabiert. Eigene Zeichen für Umlaute sind eine Besonderheit des deutschen Fingeralphabets, denn Ä, Ö und Ü gibt es im Schriftbild vieler anderer Sprachen nicht.
Deine Hände lernen schneller, als du denkst. Die ersten Buchstaben zeigst du schon nach wenigen Minuten.
Gebärdensprache Buchstaben: Die richtige Ausführung
Damit dein Gegenüber jeden Buchstaben erkennt, achte auf diese Punkte:

Linke oder rechte Hand beim ABC?
Du nutzt deine dominante Hand, also die Hand, mit der du schreibst. Rechtshänder buchstabieren mit rechts, Linkshänder mit links. Beides ist richtig. Bleib nur innerhalb eines Gesprächs bei derselben Hand.
Mimik und Körperhaltung beim Buchstabieren
Sprich das Wort beim Buchstabieren lautlos mit. Dieses Mundbild hilft deinem Gegenüber, das Wort zu erkennen, noch bevor der letzte Buchstabe gezeigt ist. Halte Blickkontakt und schau nicht auf deine Hand. Eine entspannte Körperhaltung sorgt dafür, dass deine Hand ruhig bleibt.
Regionale Unterschiede im DGS-ABC
Bei den Gebärden der DGS gibt es regionale Unterschiede, ähnlich wie Dialekte in der Lautsprache. Das Gebärdensprache ABC ist dagegen in ganz Deutschland gleich. Ein Name, den du in München buchstabierst, wird in Hamburg genauso verstanden. In Österreich und der Schweiz weichen dagegen einzelne Buchstaben ab.
Ist das Gebärdensprache ABC international?
Nein. Jedes Land hat seine eigene Gebärdensprache und meist auch ein eigenes Fingeralphabet. Viele Länder nutzen Einhand-Alphabete, die sich ähneln. In Großbritannien wird dagegen ein Zwei-Hand-Fingeralphabet verwendet. Mehr dazu erfährst du auf unserer Seite Gebärdensprache international.
Das Gebärdensprache ABC täglich üben
Schon fünf bis zehn Minuten am Tag reichen. Diese Übungen helfen dir dabei:
Gebärdensprache ABC lernen mit der Duomano-App
In der Gebärdensprache lernen App Duomano zeigen taube Gebärdende alle Buchstaben des Fingeralphabets in Videos. Du siehst jede Handform aus der Perspektive deines Gegenübers und kannst die Videos so oft wiederholen, wie du möchtest. Danach geht es mit über 1.000 Gebärden aus verschiedenen Themenbereichen weiter.
Das erwartet dich in der Duomano-App
Wozu gibt es ein Buchstaben-Alphabet in der Gebärdensprache?
Die Gebärdensprache hat einen großen Wortschatz. Trotzdem gibt es Situationen, in denen Buchstaben gebraucht werden:
- Namen: Personen, Städte, Straßen und Firmen werden oft buchstabiert. Viele Menschen haben zusätzlich einen Gebärdennamen.
- Neue Wörter: Fachbegriffe oder Wörter, für die es noch keine Gebärde gibt.
- Schreibweise: Wenn unklar ist, wie ein Wort geschrieben wird, schafft das Buchstabieren Klarheit.
Für taube Kinder ist das Fingeralphabet außerdem eine Brücke zur Schriftsprache, denn es verbindet die Gebärdensprache mit den Buchstaben der deutschen Lautsprache.
Geschichte: Wer erfand das Gebärdensprache ABC?
Das Gebärdensprache ABC hat keinen einzelnen Erfinder. Einhand-Alphabete wurden schon im 16. und 17. Jahrhundert in Spanien im Unterricht tauber Kinder genutzt und später in Büchern veröffentlicht. Über Frankreich verbreiteten sie sich in Europa und Amerika. Das deutsche Fingeralphabet gehört zu dieser Familie und wurde an die deutsche Schreibweise angepasst. Mehr zur Geschichte findest du auf der Seite Gebärdensprache Alphabet.
Fazit: Gebärdensprache Buchstaben
- Jeder Buchstabe von A bis Z hat eine eigene Handform, dazu kommen Ä, Ö, Ü und SCH. Das ß wird als Doppel-S buchstabiert.
- Gebuchstabiert wird mit der dominanten Hand, das Wort wird lautlos mitgesprochen.
- Das ABC ist in ganz Deutschland gleich, unterscheidet sich aber von Land zu Land.
- Kurze tägliche Übungen bringen dich am schnellsten voran.
Die Buchstaben sind ein guter erster Schritt. Wenn du weiterlernen möchtest, findest du auf unseren Seiten Gebärdensprache lernen und Gebärdensprache lernen für Anfänger die nächsten Schritte.
FAQ: Gebärdensprache Buchstaben
Was sind Gebärdensprache Buchstaben?
Gebärdensprache Buchstaben sind feste Handformen für jeden Buchstaben des Alphabets. Zusammen bilden sie das Fingeralphabet, mit dem Namen und Wörter buchstabiert werden.
Wie buchstabiert man Wörter mit dem Fingeralphabet der DGS?
Du zeigst die Buchstaben eines Wortes nacheinander mit deiner dominanten Hand und sprichst das Wort dabei lautlos mit. Nach jedem Wort machst du eine kurze Pause.
Gibt es Unterschiede zwischen dem deutschen und dem internationalen Gebärdensprache ABC?
Ein einheitliches internationales ABC gibt es nicht. Die Fingeralphabete vieler Länder ähneln sich, weichen aber bei einzelnen Buchstaben ab. Großbritannien nutzt sogar ein Zwei-Hand-Fingeralphabet.
Wie kann ich die Buchstaben der Gebärdensprache im Alltag üben?
Buchstabiere Schilder, Namen und Wörter, die dir unterwegs begegnen. Übe täglich ein paar Minuten vor dem Spiegel oder mit Videos in einer App.
Kann man mit dem Gebärdensprache ABC ganze Gespräche führen?
Das geht, ist aber sehr langsam und nicht üblich. In der DGS werden Gespräche mit Gebärden, Mimik und Grammatik geführt. Das ABC ergänzt sie bei Namen und neuen Begriffen.
Gibt es das Gebärdensprache ABC auch für Kinder?
Ja, Kinder lernen dasselbe ABC wie Erwachsene. Viele Kinder buchstabieren gern ihren eigenen Namen, und für taube Kinder ist das Fingeralphabet eine Hilfe beim Lesen- und Schreibenlernen.
Was sind Umlaute in der Deutschen Gebärdensprache?
Für Ä, Ö und Ü gibt es im deutschen Fingeralphabet eigene Zeichen, die auf den Handformen von A, O und U aufbauen. Auch SCH hat ein eigenes Zeichen, das ß wird dagegen als Doppel-S buchstabiert.

